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Das einsame Reh Felix und der Golfplatz

Lank-Latum Die Kunstgalerie Meerbusch an der Mühlenstraße zeigt ab Sonntag Landschaftsbilder und Stillleben von Bart Koning mit dem Titel „Terra Incognita“. Der Maler ist in den Niederlanden geboren, lebt und arbeitet aber am Niederrhein.

Den Vergleich mit den sogenannten Altmeistern hört Bart Koning nicht gerne. Aber diese Metapher ist für ihn nicht neu – seine filigrane, subtile Malerei erinnert an die Technik der historischen Künstler vergangener Epochen. „Trotzdem ist ein Vergleich mit der Vergangenheit nicht passend. Ich besinne mich zwar auf die Wurzeln, schlage eine Brücke, nutze aber meine persönliche Art der Malerei. Ich weiß, was ich will, führe den Pinsel so, wie es aus mir herauskommt“, erklärt der 1957 in den Niederlanden geborene Künstler.

Bereits vor zwei Jahren konnten sich die Besucher der Kunstgalerie Meerbusch davon überzeugen, wie viel Wert Koning auf Form und Farbe legt. Jetzt ist er wieder beim Galeristen Klaus Pampel und Kurator Bernd R. Meyer in der Lanker Galerie zu Gast: „Wir freuen uns sehr, Landschaftsbilder und Stillleben dieses außergewöhnlichen Malers zeigen zu können.“ Den Titel „Terra Incognita“ stellt Bart Koning über diese Ausstellung und spricht damit den Kernpunkt seiner neuen Öl-Landschaftsbilder mit beeindruckenden Lichtverhältnissen an: „Ich hatte von der landschaftlichen Schönheit des Golfparks in Krefeld-Linn gehört, wollte Neuland entdecken. Die Natur dort ist tatsächlich sehr schön, aber die Situation ist paradox – denn mitten in dieser natürlichen Landschaft ist ein Golfplatz total künstlich angelegt und somit für mich unbekanntes Land.“

In seinem Atelier im ehemaligen Gebäude der Weinbrennerei Dujardin in Krefeld, hoch über dem Rhein und der angrenzenden Region, mit Blick bis weit zum Horizont gelegen, erläutert Bart Koning: „Die Golfplatz-Landschaft zeigt in der oberen Hälfte Bäume, darunter ein freies Stück als Schnitt zum Golfplatz. Die Greens sind perfekt – auch eine Oase für Tiere.“ Da wundert es nicht, dass in einem dieser faszinierenden und bis ins kleinste Detail natürlich gemalten Bilder, ein einsames Reh zu sehen ist: „Das ist Felix.“ Tiere, Menschen und kleine Gegenstände wie winzige Spielzeug-Figuren mit abgegriffener Farbe auf den Köpfen sind Gegenstand seiner oft auch im Mini-Format erstellten Stillleben.

„Damit überrascht er immer wieder“, weiß Bernd R. Meyer, der bereits vor Jahren auf Koning aufmerksam wurde. Nach Studien an der Academie Artibus in Utrecht und an der Gerrit Rietveld Academie Amsterdam lebt und arbeitet der Maler seit 1992 in Krefeld, ist in zahlreichen namhaften Ausstellungsräumen vertreten und nahm auch an „Die Grosse 20/21“, Kunstausstellung NRW des Kunstpalast Düsseldorf, teil. Er erklärt, dass er das Original dieser kleinsten Dinge zum Malen „aufbläst“, misst sie von Kopf bis Fuß aus. Ähnlich geht er mit den Melonen und anderen Früchten um, die er ohne ablenkenden Hintergrund auf faszinierende Art als Stillleben in Szene setzt. Auch die sogenannte Hängung in den Galerie-Räumen bereitet er detailliert auf 1:10 herunter gebrochen vor: „Die Einrichtung einer Ausstellung ist sehr wichtig.“

Die Vernissage ist am Sonntag, 7. November, 15 bis 18 Uhr. Öffnungszeiten: Bis 16. Januar 2022. Donnerstag bis Freitag, 16 bis 18.30 Uhr und Samstag von 11 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung unter den Telefonnummern 0172-2700909 oder 0172-2325415. Kunstgalerie Meerbusch, Mühlenstraße 1 in Lank-Latum.

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